|
|
:: Jagderlebnisse | stürmischer Ansitz ::
stürmischer Ansitz
Gestern war ich wieder mal draußen, ganz zur Freude meiner Frau ("Schon wieder! Ist doch schlechtes Wetter! Kannst ruhig mal zu Hause bleiben! ..." Wer kennt das nicht.) Schwiegervater grinste und meinte: "Nimm den Windmesser auch mit"
Ich unverdrossen los. Jeder Ansitz ist schön. Auch ohne fette Beute. Und außerdem: Gefressen wird immer!
Sei´s drum.
Schon zeitig los. Auto entgegen der Gewohnheit schon weit vor der Kanzel abgestellt und losgeschlendert.
Gleich nach der ersten Kurve kam mir ein Jogger entgegen geflitzt. Dieser machte große Augen und bemerkte: "Ich bin aber kein Hirsch!"
Ich lachte und grüßte. Geht ja gut los...
Weiter geht´s.
200 m weiter der Fuchsbau, mal ein Blick hinüber. Noch befahren.
Dann quer über die Wiese Richtung Kanzel. A-ha! Die motorisierten Zweirad-Fahrer haben hier auch mal wieder geübt...
Mütze fest gehalten und rauf auf den Ausguck. Schwankt doch ganz schön und außer dem Pfeifen des Windes werde ich dann doch nichts hören. Schiete!
Wind paßt, oder Sturm?!
Kragen hoch und abgeglast. Nüscht los. Nur ein paar Sperlinge fielen über die Kirrung her.
Dann ließ doch tatsächlich der Wind nach und nach einer kleinen Weile hörte ich Rehwild schrecken. Noch ganz schön weit weg...
Alarm-Konzert der Amseln schon sehr viel näher. Da, ein Knacken! Und...
...Ruhe! Schon ziemlich aufgeregt immer wieder die Waldkante abgeglast.
Kein Stück auf dem leckeren Weizen!
Kraniche beobachtet, auch Flugzeuge und die dicken Wolken.
Wieder ein Knacken! Schön nah schon. Glas herum geschwenkt und im schönsten Licht (war noch taghell) schob sich ein Schweinchen ins Freie.
Seelenruhig lief, nein, bummelte das Stück ins Feld hinein. Interessierte sich kein bisschen für die Kirrung und trottete immer weiter übers Feld.
Ganz schöner Klotz.
Was bist denn du? Männlein oder Weiblein? Zeit zum Ansprechen hatte ich ja.
Hohe Stirn, "Karpfenbuckel" und, und, und... auch zwischen den Läufen ein ganzer Kerl!
Fernglas mit dem Repetierer getauscht und migezogen. Leicht spitz von hinten, weiter mitgezogen. Jetzt war auch noch eine Stange der Kanzel im Weg... Also neu eingerichtet und da zog der Keiler breit vor die Kanzel.
Raus war die Kugel!
Kurzer Ausriss, da lag er.
Neue Kugel rein und noch mal in den Anschlag, aber da unten rührte sich nichts mehr. Etwas später die obligatorische Zigarette und nochmal ein Blick durchs Fernglas. Ganz schön groß der Brocken!
Jetzt hielt es mich aber nicht mehr hier oben!
Am Stück große Verwunderung: der hat ja gar kein Loch! Nicht ein Tropfen Schweiß zu sehen! Nochmal hin und her gedreht. Da, ein kleines Tröpfchen. Einschuß gefunden. Ausschuß Fehlanzeige!
Der Rest ging schneller. Aufgebrochen und Beständer zu Hilfe gerufen. Allein hätte ich den Bassen nicht geborgen bekommen.
Waidmannsheil und Waidmannsdank, rauf auf den Anhänger und ab nach Hause.
75 kg, 3-4 Jahre und tolle Keulen, schön weiß und hat überhaupt nicht gemüffelt. Nur die Waffen etwas dezent ausgefallen. Was soll´s.
Glücklich über das Erlebte mußte ich es natürlich auch meiner Frau berichten, und zwar haarklein! Die Jäger-Tochter rollte mal wieder mit den Augen und meinte:"Du und deine Jagd..."
Ich hoffe das Lesen hat euch Spaß gemacht
Jäger_Mirko
|
Dieses Jagderlebnis wurde am 12. 03. 2008 von naco erstellt. |
|