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:: Jagdwaffen | Erfahrungsberichte | Impala – Der neutrale Test ::


Impala – Der neutrale Test

Vorwort

Bei kaum einem anderen homogenen Geschoß gehen die Meinungen so weit auseinander wie bei dem nicht deformierenden Impala-Geschoß, das seit einigen Jahren auf dem Markt ist.
Für die einen ist es das Wundergeschoß schlechthin, andere wiederum verteufeln dieses Geschoß und bescheinigen eine vollmantelgeschoßartige Wirkung.

Insbesondere in manchen Internetforen sorgt das Impala regelmäßig für sehr heftige Diskussionen.

Auch in der Fachpresse sind die Experten geteilter Meinung. Daher war es an der Zeit sich selbst einen Eindruck zu verschaffen und einen objektiven und aussagekräftigen Test durchzuführen. Dieser Test wurde im Jagdjahr 2006/2007 durchgeführt und erstreckte sich über einen Zeitraum von ca. 10 Monaten. Alle Impala-Patronen und Geschosse wurden aus eigenen finanziellen Mitteln über den Fachhandel erworben. Der Erprobung des Impala erfolgte in zwei eigenen Revieren, in Gastrevieren, sowie anlässlich Auslandsjagden und wurde vom Verfasser sowie einigen befreundeten Mitjägern durchgeführt.


Verwendete Kaliber und Geschosse, damit erlegtes Wild

Verwendung fanden die folgenden Kaliber:
- 8 x 57 IS (Fabriklaborierung , Eigenlaborierung), 9,7 gramm Impala, V0 = 900 m/sec
- 9,3 x 62 (Fabriklaborierung) 11,7 gramm Impala, V0 = 900 m/sec
- .300 Win. Mag. 8,4 gramm Impala, (Eigenlaborierung mit leichter Ladung, V3 = 980 m/sec, (identisch mit der .30-06 Fabrikladung mit Impala Geschoß)
Das Kaliber .308 Win. kam ebenfalls zum Einsatz und zwar in einer Eigenlaborierung mit dem 5,8 gramm Impala-Kegelstumpfgeschoß, wurde aber nicht in die Bewertung mit einbezogen (siehe unten).


Anzahl des erlegten Wildes, Bewertung::

In die Bewertung flossen eine Abschusszahl von insgesamt
45 Stück Wild (43 Stück Schalenwild und 2 Füchse)
ein.
.
Bei dem Schalenwild handelt es sich um Rehwild, Schwarzwild und Rotwild, mit Gewichten von 10 kg bis 140 kg (aufgebrochen). Die größte Strecke machte dabei das Schwarzwild aus.
Auch bezüglich der Wirkung speziell auf Schwarzwild war in den bisherigen Veröffentlichungen wenig zu lesen, insofern auch ein Novum.

Das Kal. .308 Win. floss aus folgendem Grund nicht in die Bewertung mit ein,:
Hiermit wurden zwar 5 Stück Wild erlegt, davon 2 Stück Rehwild und 3 Sauen. Eines dieser Stücke Rehwild erhielt aber einen Trägerschuß und bei den 3 Stück Schwarzwild handelte es sich ausschließlich um schwer verletztes Wild nach vorausgegangenem Verkehrsunfall, wo (aus kurzer Entfernung) Trägerschüsse angetragen wurden. Diese Stücke wären mit jedem anderen Büchsengeschoß genauso sicher zur Strecke gekommen.
Bewertet wurden daher nur Treffer im Rumpfbereich, keine Treffer des zentralen Nervensystems. Der bisher bei allen Testern übliche Haltpunkt handbreit hinter das Blatt, wurde absichtlich so beibehalten, da dieser Haltepunkt bisher auch bei anderen Geschossen üblich war und um einen fairen Vergleich zu ermöglichen.


Präzision, Geschoßabrieb:

Um Geschosse oder Patronen in der Praxis einzusetzen ist eine gute Präzision aus der jeweiligen Waffe zwingend Voraussetzung. Die Impala Geschosse zeigten aus den eingesetzten Waffen (Sauer 200, Browning A-Bolt, Ruger 77, Blaser R 93, Steyr SSG) in den vorgenannten Kalibern eine sehr gute bis hervorragende Präzision, sowohl mit Fabrikladungen als auch mit Eigenlaborierungen.

Hervorzuheben ist, dass sich insbesondere die 8 x 57 IS in der Blaser R93 äußerst angenehm schoß, der Rückstoß ist kaum merkbar und ganz wesentlich angenehmer als mit den zuvor verwendeten Laborierungen mit konventionellen 13 gramm Geschossen. Die Impalas wiesen auch noch in anderen Fremdwaffen eine sehr gute Präzision auf. Dies sowohl mit Fabrikmunition als auch mit Eigenlaborierung.

Eine chemische Reinigung der Läufe erfolgt erstmals nach dem Ein- und Probeschießen der Waffen. Eine Waffe wurde danach bis zum heutigen Tage nicht mehr mit chemischem Reiniger behandelt (ca. 30 Schuß). Anläßlich diese Artikels wurden nochmals Probeschüsse mit dieser Waffe abgegeben (9,3 x 62), es konnte kein Präzisionsverlust festgestellt werden.
Die Läufe zweier anderer Waffen wurden neuerlich nochmals chemisch gereinigt (pro Waffe ca. 20 – 30 Schuß). Dabei benötigte die eine Waffe zwei Reinigungsdurchgänge mit Hoppes Nr. 9, die andere Waffe drei Durchgänge mit diesem Reiniger. Die Rückstände des Geschoßmaterials im Lauf sind insgesamt als gering bis mittelmäßig zu bezeichnen und entsprechen denen anderer homogener unbeschichteter Geschosse.



Wirkung auf Wild

Rehwild:
Der Großteil des Rehwilds lag am Anschuß oder umweit davon (ca. 10 m), 3 Rehe gingen noch ca. 30 m. Ein Zeichnen des Rehwildes war selten zu beobachten. Wenn das Stück nicht am Anschuß lag kam es zu rasenden Fluchten, die nach kurzer Zeit abrupt endeten.

Schwarzwild:
50 % des erlegten Schwarzwildes legte Fluchten bis ca. 50 m zurück, auch hier war kaum ein Zeichnen zu erkennen. Die Fluchtstrecken waren unabhängig vom Gewicht (30 – 70 kg aufgebrochen) und vom Kaliber. Ein Stück Schwarzwild (ca. 30 kg) legte eine Strecke von gut 150 m zurück (Lungentreffer). Bei einem anderen Stück Schwarzwild (ca. 70 kg) war das Geschoß deutlich erkennbar in Querstellung auf der Blattschaufel ausgetreten, Fluchtstrecke ca. 50 m.

Rotwild:
Schwächeres Rotwild wie Schmaltiere oder Kälber lagen am oder umweit des Anschusses, ansonsten Fluchtstrecken von ca. 50 m – 80 m. Zeichnen beim Schuß auch hier die Ausnahme, wenn dann Ausschlagen mit den Hinterläufen. Ein starker Hirsch (120 kg) wurde auf 100 m mit der 8 x 57 IS breit beschossen und erhielt einen Leberschuß, der aufgrund des Schusswinkels auch Lunge und Pansen verletzte. Der Hirsch konnte kurze Zeit nach dem Schuß nach ca. 150 m verendet aufgefunden werden, bei gut sichtbarer doppelseitiger Schweißfährte und ohne Einsatz eines Hundes.
Ein weiterer starker Hirsch (140 kg) wurde im Wegziehen auf ca. 100 m mit der .300 Win. Mag. (mit den Werten einer .30-06 Impala) im schrägen Winkel beschossen und erhielt die Kugel kurz vor der linken Keule. Der Hirsch zog mit diesem Schuß noch ca. 20 m und verendete dann. Dabei hatte die Kugel den Wildkörper längs samt Pansen durchschlagen und war am rechten Vorderlaufknochen ausgetreten, was so auch vorhersehbar war.

Von den zwei Füchsen, erlegt mit der 8 x 57 IS, lag der eine mit Blattreffer im Knall, ein anderer mit weichem Treffer mittig ging noch ca. 20 m.

In keinem Falle wurde eine vom Schusswinkel stark abweichende Flugbahnänderung im Wildkörper festgestellt. Die Schussentfernungen lagen zwischen 30 und 180 m, die Fluchtstrecken schienen unabhängig vom Kaliber. Allem Anschein nach waren die Fluchtstrecken auf weitere Entfernung (über 100 m) auch geringer als auf nähere Distanz, dies ist aber nur eine vorsichtige Einschätzung, da nur 25 % aller Stücke auf über 100 m beschossen wurde.

Ein Ausschuß war in allen Fällen vorhanden.
Zu erwähnen ist noch, dass es sich bei dem Großteil der Schüsse um Lungentreffer handelte. Eine ausreichende Schweißfährte war in jedem Fall vorhanden und zwar auf Ein- und Ausschßseite, wobei auf der Ausschussseite etwas mehr Schweiß vorhanden war. Der Scharfrand der Führungsbänder des Geschosses lieferte in allen Fällen zuverlässig Schnitthaar.

In 2 Fällen musste der eigene Hund (Teckel) eingesetzt werden, aber nur weil der Anschuß auf einer weitläufigen Wiese bei hereinbrechender Dunkelheit nicht gefunden werden konnte, bei beiden Suchen handelte es sich um Totsuchen.

Große Unterschiede in der Wirkung wurde bei keinem der 3 Kaliber festgestellt. Anzumerken ist, dass das in der einschlägigen Presse desöfteren beschriebene unkontrollierte Verhalten des Imapala Geschosses im Wildkörper mit vollkommen unberechenbarem Geschoßaustritt bei dem vorliegenden Test nicht bestätigt werden konnte.



Wildpretentwertung

Die Ausschüsse waren durchweg nicht größer als etwa. 2 cm im Durchmesser, insgesamt etwa doppeltkalibergroß und geöffnet, auch bei harten Treffern. Lediglich bei dem Fuchs mit Blattreffer, sowie bei den erwähnten Trägerschüssen war der Ausschuß deutlich größer (ca, 4 cm).

Alle Einschüsse waren gestanzt und wie rasiert und etwas mehr als kalibergroß, bei Rehwild und Rotwild auf den ersten Blick deutlicher sichtbarer als bei Schwarzwild. In einigen Fällen war auch ein Schlüsselloch- ähnlicher Ausschuß zu erkennen. Ob dieser aber in Zusammenhang mit der Länge des Schußkanales steht (wie in manchen Berichten angegeben) kann nicht bestätigt werden. Ein solcher Ausschuß war auch bei breit stehendem Wild vereinzelt vorhanden.
Die meisten Sauen sowie die erwähnten Hirsche zeigten bei doch recht langem Schußkanal keine solchen Ausschüsse. Ein Großteil des Wildes wurde aus der Decke geschlagen und dann eingehend untersucht. Dabei wurden Hämatome im ausgemessenen Durchmesser von 8 bis max. 15 cm festgestellt. Dabei handelte es sich aber mehr um oberfächliche Blutauflagerungen, die ohne Probleme weggekratzt werden konnten, so dass die Blätter ebenfalls noch gut verwertbar waren, also keine tiefergehenden Hämatome.

Eine Sekundärwirkung durch Knochensplitter war bei entsprechenden harten Treffern zu beobachten. Dies war jedoch zumindest bei den verwendeten Kalibern und bei Rumpftreffern nur in geringem Ausmaße vorhanden und für die Verwertung des Wildpretes unerheblich.
Die rein mechanische Zerstörung ist damit gering.

Bemerkenswert ist, dass bei den erwähnten Pansendurchschüssen der Pansen in keinster Weise aufgeplatzt war und auch kein Panseninhalt in den Bauchraum eingedrungen war. Dabei hatte das Geschoß in beiden Fällen den Pansen gänzlich durchschlagen (einmal quer, das andere mal längs) mit etwa kalibergroßem Schusskanal, was aber erst bei näherer Betrachtung festgestellt werden konnte, da der Pansen noch vollständig gefüllt und erhalten war.

Ein gravierender Unterschied in der Wildpretentwertung innerhalb der 3 Kaliber konnte nicht festgestellt werden.


Fazit:

Das Impala-Geschoß ist mit Sicherheit kein Wundergeschoß mit dem alles sofort und immer im Knall liegt.
Fluchtstrecken lassen sich hier genauso wenig voraussagen, wie mit jedem anderen Geschoß, insbesondere bei Treffern handbreit hinter dem Blatt.
Nichtsdestotrotz zeigte das Impala in beeindruckender Art und Weise, dass auch mit einem nicht deformierenden Vollgeschoß durchaus eine beachtliche Leistung und Wirkung zu erzielen ist.
Den großen Vorteil des Impala Geschosses sehe ich in erster Linie in seiner geringen Wildpretentwertung bei enormer Durchschlagskraft.
Die mechanische Zerstörung ist relativ gering, die Größe und Tiefe der vorhandenen Blutergüsse ebenfalls.
Diese geringe Wildpretentwertung und auch die hohe Penetration verschafft dem Impala m. E. einen klaren Vorsprung und braucht den Vergleich mit den anderen bisher getesteten bleiarmen oder bleifreien und deformierenden Geschossen wie Hirtenberger ABC, MEN SF(S), Barnes-XHP oder auch Lapua Naturalis nicht zu scheuen.
Mit Fluchtstrecken muß bei dem Einsatz des doch recht harten Impalas gerechnet werden (wie grundsätzlich bei allen homogenen Geschossen), diese halten sich aber bei Kammerschüssen in Grenzen.
Aber auch bei schlechterem Treffersitz zeigte das Impala Reserven und durchweg gute Wirkung.
Es gibt sicherlich andere Geschoßkonstruktionen, die schlagartiger und schneller ansprechen, insbesondere die mit konventionellem Tombak/Blei Geschossen mit zerlegender oder teilzerlegender Wirkung.
Wer also ein Geschoß mit schnellerer und explosionsartiger Geschoßentfaltung, sucht, ohne Rücksicht auf (Wildpret)Verluste und möglicherweise ohne Ausschuß, für den dürfte das Impala nicht das richtige sein.
Auch auf Drückjagden würde ich eher ein weicheres und schneller ansprechendes Geschoß empfehlen.

Das Impala ist aber gerade dann von Vorteil, wenn mit einem einzigen (Mittel)kaliber eine ganze Palette verschiedenster Wildarten bei Ansitz oder Pirsch wildpretschonend, zuverlässig und ohne evtl. Bleianhaftungen bejagd werden soll. Insbesondere in den verwendeten Kalibern ergibt sich doch manchmal das Problem, dass konventionelle Geschosse auf schwächeres Wild sehr brutal wirken. Dies trifft für das Impala Geschoß nicht zu; ein willkommener Nebeneffekt dieser leichten Vollgeschosse ist der spürbar geminderte Rückstoß - auch die doch schon recht starke 9,3 x 62 schoß sich mit Impala Geschossen angenehmer als manche .30-06.

Alles in allem kann dem Impala aufgrund der bisherigen Erfahrungen in den verwendeten Kalibern eine volljagdliche Brauchbarkeit bescheinigt werden. Die Mär von der vollmantelartigen Wirkung und der Unbrauchbarkeit dieses Geschosses wurde zumindest für mich und allen beteiligten Anwendern ein für allemal widerlegt.

Postscriptum

Dieser Bericht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und gibt nur die persönliche Erfahrung des Verfassers (und der beteiligten Mitjäger) wieder. Die erreichte Anzahl an Abschüssen ist zwar beachtlich, aber keineswegs verbindlich, lässt aber sehr wohl bestimmte Schlüsse zu. Ich bezweifle auch, dass sich das Ergebnis auch bei einer höheren Zahl von Abschüssen grundlegend geändert hätte.

Auf die Funktions- und Wirkungsweise des Impalas wurde im vorliegenden Bericht absichtlich nicht eingegangen. Ich bin kein Ballistiker und die Analyse ob das Impala nun als Bolzengeschoß oder nach dem Pfeilprinzip wirkt, ob die Führungsbänder nun für eine Schockwirkung verantwortlich und wie dieses Geschoß nun genau wirkt, überlasse ich gerne anderen.

Tatsache ist, dass dieses Geschoß zuverlässig wirkt und in einigen meiner Waffen und auch in denen der übrigen Testern weiterhin Verwendung findet.



Bernd Porten Schweich, den16.02.07




Dieser Bericht wurde am 22. 02. 2007 von Bernie erstellt.
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