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1

Montag, 6. Februar 2006, 10:49

Nachdem Klassengesellschaft I langsam unübersichtlich wird, mach ich mal einen Schnitt.

Ohne jeden einzelnen Beitrag bis in kleinste studiert zu haben fällt mir jedoch eines auf. Pudlichs Start habe ich schon so verstanden, das seiner Ansicht nach das Zucht und Prüfungswesen unserer Jagdgebrauchshunde derzeit der allgemein zu beobachtenden jagdlichen Entwicklung hinterherhinkt.

In dem Zusammenhang wurden hier ziemlich viele Gräben zwischen diversen \"Lagern\" aufgemacht und fast jeder hier wusste zu berichten was alles schlecht und falsch läuft und unbedingt besser gemacht werden muss. Hierzu möchte ich jedem einzelnen anraten, doch bitte mal über den Tellerrand seines jagdlichen Schwerpunktes hinauszuschauen. Ich glaube kaum, das z.B.Jäger aus Nordeutschland oder dem Münsterland Verständnis haben werden, das DD und Co in Kürze ausgedient haben sollen. Genau so glaube ich auch nicht, das Verständnis dafür erwartet werden muss, das Bracken und Wachtel in den tiefsten hessischen, Thüringer oder Schwarzwälder Wäldern nur vollwertige Hunde sein können, wenn sie Hühner vorstehen und mind 20 Enten pro Jagdtag apportieren.

Leider vermisse ich zum Thema \"besser machen\" konkrete Vorschläge. Wenn man mal beim JGHV ansetzt, stimme ich schon zu, das trotz der vielfältigen Reformen innerhalb des Verbandes (Stichwort Abteilung V) immer noch ein deutlicher Schwerpunkt Richtung Vorstehhunde/Allrounder besteht. Im Prüfungswesen sieht man das sehr gut an der VPS. Sie ist eine \"abgespeckte\" VGP und auf Grund der Fächer theoretisch von jedem Hund zu bestehen. Die geringe Annahme zeigt aber, das sie eigentlich an der Praxis vorbeientwickelt wurde

Daher stelle ich hier mal folgendes in den Raum:

Wenn die Zuchtverbände der Stöberhundrassen sich im JGHV prüfungsmässig übergangen fühlen (dem würde ich übrigens auch zustimmen, das ist tatsächlich so), dann sollten sie sich doch mal innerhalb der Gremien für eine

Verbands-Stöberhundprüfung

als allgemein anerkanntes, rasseübergreifendes Qualitätskriterium einsetzen.

Natürlich müssten dann auch Ideen entwickelt werden, wie eine solche Prüfung aussehen könnte. Welche Anforderungen muss sie erfüllen, wie wäre sie zu gliedern, was wäre ideal und was ist überhaupt durchführbar?

Also Leute, aus der Praxis, für die Praxis. Das lamentieren ist vorbei, jetzt erwarte ich auch mal konkrete Vorschläge. Oder macht eine solche Prüfung vielleicht gar keinen Sinn?

Waldschrat

2

Montag, 6. Februar 2006, 11:08

Einer Verbands Stöberprüfung für alle Rassen, sehe ich etwas skeptisch. Da es sicher wieder heftige Diskussionen zum Stöbereinsatz von Vorstehhunde führt. Wofür von wenigen Einzelfällen mal abgesehen die meisten sich nicht geeignet sind.

Eine solche Prüfung hingegen für Stöberhunde und Hunde die dazu anatomisch geeignet sind finde ich hingegen für Begrüßenswert und für die heutige Zeit sicher eine Notwendige Grundfesthellung der Brauchbarkeit.

Welche Fächer schweben dir dann explizit vor?

3

Montag, 6. Februar 2006, 11:30

Mir schweben momentan erstmal gar keine Fächer vor. Ich erwarte zunächst Vorschläge von denen, die Kritik, geübt haben.

4

Montag, 6. Februar 2006, 13:15

Schrati, ohne dich jetzt wirklich zu verstehen und ohne wissentlich Kritik an irgendwelchen Verbänden und deren Prüfungspraxis geübt zu haben würde ich doch gerne eine Stellungnahme dazu abgeben.

Eine Verbandsstöberprüfung sehe ich als genauso sinnvoll an wie eine Feldsuche mit Vorstehen für Stöberhunde. Warum haben wir eigentlich eine Unterteilung im JGHV wenn wir auf Prüfungsebene alle rassen gleich machen wollen? Ich maße mir nicht an mit meinem Hund alles zu können. Sicher gibt es in den Aufgabengebieten einige Überschneidungen aber wie ich schon so oft geschrieben habe, kaum ein Hund kann in Aufgaben die ausserhalb seines eigentlichen Aufgabenbereiches liegen wirklich gut, geschweige denn überragend sein. Die Frage ist doch, warum halten sich so viele Jäger einen Hund für den sie eigentlich kaum oder keine Beschäftigung haben?Warum führen z.B. Jäger in fast reinen Neiderwildrevieren mit einem geringen Aufkommen an Schwarzwild einen Stöberhund oder warum der Waldjäger einen Vorsteher?

Weil diese Rasse dem Jäger so gut gefällt das er nur einen Hund eben dieser Rasse führen will. Und nun muß für den Hund Arbeit her. Da werden dem Hund Aufgaben gestellt denen er anatomisch und von der angewölften Arbeitsweise her gar nicht entspricht. Bestimmt kann man einem Wachtel das Vorstehen beibringen oder einem Vorsteher mit tiefer Nase zu arbeiten. Nur ist das der Sinn unserer Zucht?

Vielleicht ist im Prüfungswesen einiges zu verbessern, der VDW hat das ja letztjährig auch gemacht, aber ich maße mir nicht an Vorschläge für andere Rassen zu machen. Darüber wissen deren Hundeführer mehr.

Olaf
[center]Jagd soll Freude machen[/center]

5

Montag, 6. Februar 2006, 21:10

Nun, versuchen wir zu definieren, was man von einem optimalen Stöberhund erwarten könnte.

Das könnte u.a. sein:

- er muß schußfest sein
- er muß auf Grund seines Körperbaus geeignet sein
- er muß gut hörbar spurlaut sein
- er muß zumindest 2/3 aller Schalenwildarten arbeiten, das letzte Drittel kann über Leistungszeichen abgedeckt werden.
- er muß selbstständig weiträumig arbeiten
- er darf nicht beischlagen
- er muß zurückkommen
- er sollte totverbellen (Leistungszeichen?)
- er darf gesundes Wild nicht stellen
- er ist verträglich mit anderen Hunden/Jägern

t.b.c.

p.

6

Montag, 6. Februar 2006, 21:47

Hallo Pudlich,

ich danke für die Steilvorlage \"gut hörbar\" :biggrin: !

Aber nun ernsthaft:

- er muß schußfest sein
- er muß einen gut hörbaren Spurlaut haben
- er muß Spurwillen zeigen, der bei allem Schalenwild mindestens (!!!) 10 min laute Jagd zeigt, um ein gut zu bekommen
- er muß selbstständig weiträumig und in die Tiefe arbeiten
- er darf nicht beischlagen
..
der Rest wie pudlich mit einer Einschränkung:
- er darf deutlich wehrhafteres krankes Wild nur stellen und NICHT packen!

Was wesentliches ist dabei für mich: Nur solch geprüfte Hunde sollten brauchbare Hunde im Sinne des Gesetzes für Bewegungs- und Drückjagden sein! Ausnahme: nur Hunde in Ausbildung! Alle anderen Hunde sind verboten, Schweißhunde für die Arbeit nach dem Schuß sind dabei außen vor.

So nun ran mit Euch in die Tasten und los mit den Anmerkungen und der Kritik! :d_zwinker:

Gruß

Jörg

P.S.: Diese Prüfung soll jeder \"Idefix\" machen können, entscheidender ist für mich das Bestehen!
D'âme et de coeur, du patron de la chasse
Fêtons la gloire, intrépides chasseurs;
A ce banquet accourez prendre place,
La verre en main, francs piqeurs et veneurs.

http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/1141005

7

Montag, 6. Februar 2006, 21:58

Kann mir mal einer den Begriff „ nicht beischlagen“ erörtern.

8

Montag, 6. Februar 2006, 22:08

unter beischlagen versteht man die eigenschaft mancher hunde, sich spurlaut jagenden hunden anzuschließen, um mit ihnen gemeinsam zu jagen. also im prinzip anlage zum meutejagen.
beischlagende hunde gewöhnen sich häufig das selbstständige suchen ab und warten lieber, bis der \"finder\" spurlaut wird.

Wird häufig unbewusst den jungen hunden beigebracht. manche hundeführer glauben, ihren jungen hund einem erfahrenen älteren hund mitgeben zu müssen, damit der junge sich was absieht. die idee ist an sich nicht schlecht, nur bleiben die jungen dann gerne unselbstständig und... schlagen bei.

capice, ragazzo? :d_zwinker:

B.O.B.

9

Montag, 6. Februar 2006, 22:13

Das sind Ansätze, mit denen man was anfangen kann. Wie aber könnte man diese Anforderungen prüfen. Vor allem, wenn Margauxs Forderung wahr würde, das Hunde ohne diese Prüfung nicht an Jagden teilnehmen dürften?

Und dazu gleich ein paar Fragen:

Wie ist \"Eignung auf Grund des Körperbaus\" gemeint. Denkt pudlich an eine Zuassung über \"Rasseliste\"? Anders wäre das kaum zu praktizieren.

Ist es umsetzbar, Hunden bei einer Prüfung 3 Schalenwildarten zu bieten, um sie bestehen zu können

Wie wollt Ihr das Beischlagen / Nicht beischlagen überprüfen?

Wo kriegt Margaux wehrhaftes krankes Wild für jeden Hund her?

Für wie viele Hunde pro Jahr könntet Ihr als Forstbeamte Reviere für eine solche Prüfung beschaffen

Waldschrat

10

Montag, 6. Februar 2006, 22:15

... dem bleibt nix hinzu zu fügen! :d_zwinker:

EDIT: Sorry Schrat, damit meinte ich pudlich\'s post!
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http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/1141005

11

Montag, 6. Februar 2006, 22:16

Hallo, Margaux,
war ja klar....
Deine Heulbojen pfeifen wohl nach nach 10 Minuten aus dem letzten Loch?
:a_augenruppel:

Ernsthaft, 10 Minuten wären mir deutlich zu wenig. Gut eingejagte Junghunde bleiben doch schon manchmal eine halbe Stunde und länger dran.

p.

12

Montag, 6. Februar 2006, 23:11

Gott zum Grusse, Herr Schrat,

1. werden schwere Hunde schwerer geschlagen als leichte. Ich denke an eine Gewichtsbegrenzung, nicht an bestimmte Rassen.

2. Ich würde andersrum dranreiten. Kommen 3 Schalenwildarten vor und 2 werden nicht angefasst, wird nachgeprüft.

3. und 5. sei im Zusammenhang behandelt.
Ich könnte mir eine Prüfung im Jagdbetrieb vorstellen, bei der jeder HF einen Dickungskomplex von sagen wir 20 bis 40 ha abarbeiten muß. Das ganze mit Richterbegleitung.
Erinnere dich mal an die zweite deiner Drückjagden bei uns, bei der du deinen Hund Gassi führen durftest. Da wären 30 Richter nicht aufgefallen und leicht unterzubringen gewesen.

Ich wüsste auf Anhieb 4 Termine, bei denen locker 50 Hunde durchprüfbar wären, abgesehen von Margaux` Ansatz.

Gruß, auch von der Mutter Deiner Kinder

p.

13

Montag, 6. Februar 2006, 23:23

Zitat


Original von pudlich:
Hallo, Margaux,
war ja klar....
Deine Heulbojen pfeifen wohl nach nach 10 Minuten aus dem letzten Loch?
:a_augenruppel:

Ernsthaft, 10 Minuten wären mir deutlich zu wenig. Gut eingejagte Junghunde bleiben doch schon manchmal eine halbe Stunde und länger dran.

p.



Hallo pudlich,
nein nicht nach 10 min, aber :d_zwinker: \"vielleicht\" nach 10 Stunden! :laugh:

Das war von mir ein absolutes Mindestlimit für Nicht-Bracken oder -Laufhunde!

m.
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14

Montag, 6. Februar 2006, 23:31

Zitat


Original von Waldschrat:
Das sind Ansätze, mit denen man was anfangen kann. Wie aber könnte man diese Anforderungen prüfen. Vor allem, wenn Margauxs Forderung wahr würde, das Hunde ohne diese Prüfung nicht an Jagden teilnehmen dürften?

Und dazu gleich ein paar Fragen:

Wie ist \"Eignung auf Grund des Körperbaus\" gemeint. Denkt pudlich an eine Zuassung über \"Rasseliste\"? Anders wäre das kaum zu praktizieren.

Ist es umsetzbar, Hunden bei einer Prüfung 3 Schalenwildarten zu bieten, um sie bestehen zu können

Wie wollt Ihr das Beischlagen / Nicht beischlagen überprüfen?

Wo kriegt Margaux wehrhaftes krankes Wild für jeden Hund her?

Für wie viele Hunde pro Jahr könntet Ihr als Forstbeamte Reviere für eine solche Prüfung beschaffen

Waldschrat


Hallo Schrat,

es gibt immer Situationen bei den Jagden, wo \"wehrhafte Situationen\" entstehen! Man kann es also nur als Naturabziechen erstehen!

Hast Du einen besseren Vorschlag??
:d_gutefrage:

So viel zunächst!

Jörg
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15

Montag, 6. Februar 2006, 23:46

ich gehe mit meinem hund jagen, ihr diskutiert drüber
gruß Klaus